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Montag, 2. September 2013

Jai spricht: Der Laden & das Leid

Wenn Opa von seiner Kindheit erzählt und was sich seither alles verändert hat, dann schmunzelt man. Und doch ertappt man sich selbst immer wieder dabei, wie man, obwohl vom Rentenalter noch Dekaden entfernt, ähnliche Gedanken produziert. Mir ging es erst kürzlich so, beim Besuch des örtlichen Multimedia-Marktes, wo ich seit langem mal wieder die CD-Abteilung aufsuchte und Erschreckendes feststellen musste.

Beim Anblick der äußerst happigen CD-Auswahl kamen mir fast schon die Tränen. Wild durcheinander, ohne Struktur und in der Anzahl nicht einmal die Hälfte meiner Sammlung, was schon etwas heißen mag. Reduziert man nun noch alles auf Rap, kommt man auf eine Hand voll CDs, die dann auch noch horrend teuer sind. Mir sind zwei Alben aufgefallen, die sich prinzipiell gut in meiner Sammlung machen würden. Aber 18,99 € für ein Album? Natürlich, ist ja schließlich die Premium/Deluxe/Limited Edition. Klar, der Preis muss etwas höher liegen als bei einer weniger umfangreichen Standard-Edition, doch bald 20 Euro ist definitiv zu viel. Noch schlimmer sind nur die derzeit modischen Fan-Boxen mit T-Shirt in S/M, Autogrammkarte und jedweden sonstigen Stuss, den man braucht oder auch nicht und für den man offenbar gerne schnell das doppelte einer normalen CD bezahlt.

Ich verstehe nur allzu gut, dass die Auswahl geschrumpft ist, CDs nur noch sehr sporadisch im Laden gekauft werden, digital Musik erworben wird oder physisch gekauft wird - aber übers Internet. Die Preise sind schlicht zu billig. Ohne genaue Zahlen vorliegen zu haben, möchte ich meinen, dass mindestens 5 Euro Differenz zwischen Internet und Laden um die Ecke liegen. Und dennoch trauere ich um dieses eine schöne Gefühl. Das Betreten des Ladens, das feste Ziel, eine bestimmte CD zu kaufen. Nach Hause zu kommen, sie einzulegen, das Booklet zu studieren und die Musik zu genießen. Sich ärgern, wenn die CD den eigenen Erwartungen nicht gerecht wird. Sich freuen, wenn sie jeden Cent wert war. Das stolze Gefühl, wieder eine neue Platte zu haben. Ganz ehrlich, wenn ich mir eine CD übers Internet bestelle und diese dann Tage später in den Briefkasten trudelt, dann ist das gewiss auch sehr schön. Es kommt aber in keinster Weise an die besonderen Momente heran, die beim regulären Kauf zu Stande kommen.

Nun will ich freilich weder ermahnen, mehr CDs im Laden zu kaufen, noch will ich nörgeln. Ich selbst weiche seit langer Zeit schon auf Internetversandhäuser zurück, halte im Laden allenfalls nach Schnäppchen aus. Jedoch mache ich das nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil ich mir die Ladenpreise schlicht nicht leisten kann. So wird mir bewusst, dass es immer weniger dieser Momente geben wird, wenn man mit einer kleinen Plastiktüte voller Melodien den Laden verlässt.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Jai spricht: Klartext

Wenn du dich dafür entscheidest, Rezensionen zu schreiben, dann rückst du mit dieser Entscheidung zwischen die Stühle, die da heißen "Hörerschaft" und "Künstler". Du solltest einerseits das Schaffen und Sein von Rappern akzeptieren wie honorieren, bei aller negativer Kritik, die du schreibst. Im selben Moment musst du jedoch auch aus der Sicht eines Hörers agieren. Nicht immer ganz einfach, weshalb man leicht dazu neigt, eine der Parteien bevorzugt zu behandeln. Möglicherweise vermittle ich beispielsweise des Öfteren den Eindruck, mehr zu den Künstlern zu stehen, da ich viel Kritik an der Hörerschaft ausübe. Wie ich finde, jedoch zu Recht. Aktuelles Beispiel:

Eine bekannte Internetplattform, die sich mit Rap auseinandersetzt und ein umfangreiches Forum anbietet. Unter anderem gibt es einen Thread, der es Usern erlaubt, ihre Plattensammlung zu präsentieren. Dies hat ein seit kurzem sammelnder User genutzt und seine noch recht überschaubare Liste veröffentlicht und wurde daraufhin von einer Vielzahl anderer User eben dafür belächelt und lächerlich gemacht. Weshalb? Nun, nicht etwa die Größe der Sammlung gab Anlass dazu, sondern die Tatsache, dass diese Sammlung vornehmlich aus bekannten Künstlern bestand und nicht etwa aus Untergrund-Künstlern. 

Anstelle dem jungen Mann Komplimente dafür zu machen, dass er sich anno 2012 noch die Mühe macht und hart erarbeitetes Geld in Platten investiert, gibt es Kritik für die Auswahl der Künstler. Es ist genau dieses Phänomen, welches ich bereits in einem veröffentlichten Leserbrief an die JUICE beschrieb. Ein Großteil der Rap-Hörer scheint vollkommen ignorant zu sein. Man macht sich über Menschen lustig, die nur Mainstream hören (der keinesfalls schlecht sein muss!) und hat keinerlei Verständnis für die ersten, nicht immer einfachen Schritte ins Game. Oder hat jeder von den heutigen (Möchtegern-)Heads gleich mit Untergrundplatten begonnen? Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen und auch meine Anfänge waren geprägt von Nelly, DMX, Xzibit und derlei Namen, die mit zu den ersten gehören, denen man, geht es um Rap, begegnet. Nur so war es mir möglich, allmählich über diese Künstler den Anschluss zu neuen Namen zu erhalten. 

Es sind eben diese Momente, in denen ich mich wahnsinnig für (den Großteil) der Hörerschaft von Rap schäme. Sie sind unvernünftig, uneinsichtig, egoistisch und ignorant. Und wäre das noch nicht schlimm genug, sind sie nicht einmal mehr in der Lage, ihre Meinung höflich und für alle verständlich aufzuzeigen, nein, sie schmettern diese nur so hin, ohne Rücksicht auf andere, die Rechtschreibung oder sonst etwas. Es muss gleich verbal in den Angriff gehen. Getreu dem Motto "meine Rap-Helden geben auch direkt in die Fresse, so mach ich das jetzt auch". 

Schwach ist sowas, einfach nur schwach. Von volljährigen, reifen Hörern erwarte ich einfach mehr. Zeigt Verständnis für andere, die eben erst zur Musik gestoßen sind. Lasst sie teilhaben an dem, was ihr aufgebaut habt und unterstützt sie. Und akzeptiert verdammt nochmal, dass es auch Menschen gibt, denen gefällt, was die großen, bekannten Namen so abgeben. Was spricht bitte dagegen, wenn man Geschmack findet an Bushido? Schließt dies automatisch aus, dass andere Kaliber eines Cr7z oder Fage MC ebenfalls den jeweiligen Geschmack treffen können? Ich denke nicht. Zumindest nicht in meinen Augen.

Wir alle schreien immer nach Akzeptanz, Toleranz und das man uns Rap-Hörer endlich ernst nimmt, uns nicht immer nur als übergroße Klamotten tragende, im Sprachgebrauch eingeschränkte Idioten, die nur auf Stress aus sind. Aber wenn wir es nicht einmal auf die Reihe bekommen, uns untereinander mit Respekt zu begegnen, wie sollen wir da erwarten, dass dies nach außen hin funktioniert? Wacht endlich auf und helft dabei mit, den Ruf von Rap zu bessern, indem ihr selbst mit bestem Beispiel voraus geht.

Dienstag, 15. Mai 2012

Jai spricht: über stetig steigende Verblödung dank Facebook

Mal etwas anderes, ohne wirklichen Bezug zur Musik: Vor einigen Wochen las ich einen interessanten Artikel über Facebook und die Erkenntnis, dass eben dies unglücklich mache. Die Begründung lag darin, dass durch das Mitverfolgen der Leben anderer der Eindruck erweckt werden würde, das eigene Leben sei weniger spannend, interessant und lebenswert.

Nur einige Tage darauf las ich erneut etwas über Facebook, erneut war die Kernaussage eher negativer Natur; Facebook lässt die Menschen abstumpfen und, drastisch formuliert, verblöden. Insbesondere der "Gefällt Mir"-Klick wurde eingehend behandelt, der zur Folge hat, dass man auch bei offensichtlich negativen Statusmeldungen ein "Gefällt Mir" von andere erhält. Ein einfacher Klick, bei dem das Gehirn konsequent ausgeschalten und gar nicht angenommen wird, dass es möglicherweise gar nicht vom Ersteller erwünscht ist, mitzubekommen, dass jemandem gefällt, was da Negatives geschehen ist.

Ich wollte es zunächst nicht glauben, dass es solche Beschränkheit wirklich gibt, wurde jedoch heute eines Besseren belehrt. Eine mehr als offensichtliche Statusnachricht und nur wenige Sekunden später das erste "Gefällt Mir". Sarkasmus oder blinde Dummheit? Wohl eher Letzteres. Oder gibt es auch positive Auslegungen eines Autounfalls?

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P.S. Neue Reviews kommen in Kürze, einiges an Material vorhanden. :-)

Dienstag, 8. Mai 2012

Jai spricht: über Liebe auf den ersten Blick



Rap - eine Musikrichtung von vielen und meine große Leidenschaft. Ich kann mich noch sehr gut an meine ersten Berührungen mit Rap erinnern, denn es ist noch gar nicht so übermäßig lange her. Ich schätze mal, es werden gerade einmal um die 10 Jahre sein. Passiert ist es während des Schullandheim-Aufenthalts, als mir ein Klassenkamerad erste Tracks von Jadakiss, Bubba Sparxxx, DMX und Konsorten zeigte. Die Musik gefiel auf Anhieb, aber es fühlte sich für mich zunächst noch etwas merkwürdig an, merkwürdig neu.

Den ersten Grundstein legte daraufhin die Terror Squad, deren "The Album" wohl zu einem der wichtigsten Alben in meinem Leben wurde. Damit war meine Liebe vollends entflammt und was in den Wochen nach dem Schullandheim folgte, lässt sich durchaus als Kaufrausch bezeichnen. Zunächst auf die bekannten Namen reduziert, kaufte ich so ziemlich alles, was mir in irgendeiner Weise interessant vorkam (und bewies glücklicherweise schon damals ein richtiges Händchen für guten Rap). Es folgte das regelmäßige lesen der JUICE, die Entdeckung neuer und neuer Namen und irgendwann war ich mittendrin, wusste ausreichend Bescheid über das Spiel und seine Beteiligten.

Heute bin ich derart von Rap vereinnahmt, dass ich mir ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen möchte. Noch immer genieße ich jede einzelne CD meiner Sammlung wie am ersten Tag. Und noch immer bereitet es mir große Freude, wenn ich, gefragt nach meinem Musikgeschmack, antworte: überwiegend Rap, nicht ausschließlich, aber überwiegend. Woraufhin meist die üblichen Klischees in den Köpfen der Gesprächspartner kreisen, welche ich geradezu liebend gerne als nur teilweise zutreffend vormache. Ja, man hat es bisweilen nicht leicht, Teil einer Musikrichtung zu sein, die im Auge der Öffentlichkeit als Jugendmusik wahrgenommen wird. Und auch ist es nicht immer so einfach, kompetente Gesprächspartner zu finden, da ein nicht unbeträchtlicher Teil der Hörerschaft tadellos ins Klischee-verseuchte Bild des ausdrucksschwachen 'Yo, Alter'-Typs passt, der  mehr auf Stress aus ist, denn alles andere.

Aber mal ehrlich, wer träumt nicht davon, in vielen Jahren trotz hohen Alters immer noch die Fahne für Rap hoch zu halten, die Musik seinen Kindern und Enkeln weiter zu geben? Alleine diese Vorstellung ist schon fast zu schön um wahr zu sein und dennoch habe ich keinen Zweifel daran, dass dies eines schönen Tages der Fall sein wird.

Bis dahin geht die innige Liebesbeziehung zu Rap unaufhörlich weiter.

Bestens,
Jai

Dienstag, 24. April 2012

Jai spricht: Danksagung & Aufruf


Liebe Leserschaft,

nachdem der Blog wieder so richtig ins Rollen gekommen ist, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um all jenen zu danken, die mich und diesen Blog auf dem bisherigen Weg begleitet und unterstützt haben. Und wenn ihr das hier lest, dann dürft ihr euch natürlich angesprochen fühlen.

Gleichzeitig möchte ich jedoch auch anmerken, dass noch viele Baustellen offen sind, die ich eines Tages fertigstellen möchte (allen voran das weitere bekanntmachen des Blogs). Dabei ist eure Hilfe selbstverständlich herzlich willkommen.

Ihr seid Rapper und sucht eine Plattform, die eure Veröffentlichungen publiziert? Ihr könntet etwas Exklusives für den Blog beisteuern? Ihr seid auf dem Gebiet der Programmierung fit und wärt in der Lage, einen Banner/ein Logo/... für die Seite herzustellen? Ihr habt Kontakte, die bei einem kompletten Neuaufbau der Seite (samt Umzug auf eine 'richtige' Domain) mitwirken könnten?

Dann wendet euch doch bei Interesse an mich (e-Mail: Jai_Welc@habmalnefrage.de) und wir schauen gemeinsam, wie wir den Blog weiter nach vorne bringen können. Jede Hilfe ist erwünscht.

Und selbstverständlich könnt ihr auch schlicht und einfach durch Weiterempfehlung der Seite, dem Teilen der Inhalte und der damit einhergehenden Steigerung der Leserzahl euren Teil zum Erfolg von 'Resurrection of Rap' beitragen.

Nochmals vielen Dank an alles, was bisher möglich wurde.

Beste Grüße,
Jai

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Bild-Quelle: florian-polente.de

Samstag, 12. März 2011

Jai spricht: übers Forentreiben

Als Mann von Welt ist man in der heutigen Zeit natürlich bei einer fast schon unübersichtlichen Anzahl an Community-Seiten angemeldet, die sich allesamt mit Rap auseinandersetzen und mit eigenem Forum zur Gesprächsrunde laden. Tolle Sache, eigentlich. Aber bei mir ist der Funke bis dato leider nie richtig über gesprungen (mal abgesehen von der Tatsache, dass ich mich generell wenig für Communitys bzw. Foren begeistern kann).

Warum also entzieht sich mir größtenteils der Reiz, wo Konversationen - insbesondere in ausgeschriebener Form - durchaus mein Interesse wecken? Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz einfach zu erörtern, was heißen soll, dass ich selbst sie noch nicht gefunden habe. Ergo folgt nun schlicht und einfach meine Erkenntnis übers Forenleben, so wie ich es bis heute erlebt habe bzw. erlebe.

Die Themen. Sie sind selten außergewöhnlich oder erwecken Lust, seinen Senf dazu zu geben. Ich will nicht meckern, Themen zu finden, die aus der Reihe tanzen und Anreiz bieten, ist unglaublich schwierig. Doch was nutzt es mir, wenn ich satte 50 Threads (nennt man doch so?) habe, die jeweils nur einen anderen Künstler zum Thema haben. Na gut, zu zwei, drei Akteuren schreibe ich meine, etwas ausführlichere, Meinung. Dann hört es aber auch schon auf. Nicht nur, dass es schnell langweilig wird (zumal nicht jeder Musiker gleich viel Gesprächspotenzial beherbergt), es tummeln sich zum überwiegenden Teil lieblose Einzeiler im Thread a la "Gefällt mir" - Facebook lässt grüßen.

Sieht man also über die zahlreichen leer gebliebenen (Künstler-)Threads und Einzeiler weg, bleibt eine Hand voll schön ausformulierter Meinungen, die durchaus guten Nährboden für Antworten, Reaktionen, kurz Unterhaltungen bieten. Doch statt darauf aufzubauen, wird ignoriert und weiter gepostet. Somit geht die Motivation für emsige Schreiber schnell flöten, wirklich gehaltvolle Beiträge verschwinden nur noch mehr zwischen Hirngrütze. Und wenn nicht ignoriert wird, dann wird konsequent kritisiert, wobei Kritik noch ein sehr wohl formulierter Begriff ist. Denn in aller Regel beobachtet man doch viel mehr den direkten Weg zu Beleidigungen und Pöbeleien.

Es kommen einfach keine Diskussionen mehr zu Stande und der Ton untereinander lässt derart zu wünschen übrig, dass man in nur allzu vielen Usern den klischeehaften Rap-Hörer sieht: ausdrucksschwach, geistig noch im Kindergarten, ohne fundiertes Wissen, dafür aber mit umso mehr Selbstbewusstsein ausgestattet, das ausreicht, um ganze Familien zu bedrohen. Oder so ähnlich. Nein, das ist bei bestem Willen kein Umfeld, welches ich mir antun möchte. Und so bleibt mir nicht viel mehr übrig, als in meinem eigenen Kosmos zu existieren, gelegentlich das ein oder andere musikalische Juwel über Facebook zu verbreiten und darauf zu hoffen, dass der ein oder andere den Weg zum "gefällt mir" findet. Womit wir wieder mittendrin im großen Cyber-Dilemma wären. Herrlich.

Dienstag, 9. November 2010

Jai spricht: über Musikkonsum

Es ist mal wieder an der Zeit, meine Gedanken in die virtuelle Welt hinaus zu tragen. Dieses mal geht es um die Hörgewohnheiten und die Art und Weise wie Musik konsumiert wird. Ein Thema, das mich stets bewegt und mit Sicherheit schon in dem ein oder anderen Post von mir herauszulesen war. Entschuldigt, wenn ich mich daher des Öfteren wiederhole. Doch nun zum eigentlichen Thema:

Der Musikmarkt ist größer denn je und fährt im wöchentlichen Rhythmus die nächsten Jünglinge auf, die fortan als nächstes großes 'Ding' gefeiert werden, ein sog. Hype entsteht. Mehr Künstler und weniger Plattenverkäufe, Teilschuldner ist das Internet, welches neben etlichen illegalen Möglichkeiten längst auch mit iTunes und ähnlichen Anbietern virtuelle Shopping-Möglichkeiten anbietet, ohne das ein physischer Tonträger über den Tisch wandert. Hinzu kommen Tausende von vorab veröffentlichten Tracks eines erwarteten Albums, Free Tracks und Alben, Exklusives,...Musik wohin das Auge bzw. Gehör reicht.

Dabei den Überblick zu behalten ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich und fordert so und so Opfer. Du willst über jeden neuen Track im Netz Bescheid wissen und ihn unmittelbar nach Erscheinen hören, jedes Album am (oder vor?) VÖ-Termin durchgehen? Dann musst du jeden Tag weiter gehen und gibst somit den bereits erschienen Stücken keine Gelegenheit, sich zu etwas Besonderem zu entwickeln, Klassiker vergangener Tage zu feiern oder einfach mal in anderen Gewässern (sprich Musikgefilden wie Rock) zu fischen. Der Konsum kommt einem Wettlauf nahe, dessen Ziel eine möglichst aktuelle Playlist ist und die Musik selbst verkommt und nimmt an Wert ab.

Eine andere Möglichkeit ist das im Gegensatz dazu fast schon rückwärtsgewandte Hören. Tracks aus dem Internet werde eher sporadisch gehört und Alben auch gerne mal erst Monate nach Erscheinen gekauft bzw. erstmalig gehört. Und dazwischen werden immer wieder gern gehörte Langspieler aus der persönlichen, zeitlosen Favoritenliste in die Anlage gelegt. So stellt man zum Einen sicher, den Alben genügend Zeit zu geben, sich zu entfalten, die Arbeit der Künstler wird in gewisser Weise höher geschätzt und das Hören kommt einem Studieren gleich, wie man es noch zu Zeiten von "Ready To Die", "Illmatic" oder Alben ähnlichen Kalibers tat. Zum anderen jedoch nimmt man den Blick weg von aktuellen Entwicklungen und hinkt den Foren dieser Welt stets hinterher. Ehe man bei Album A von Künstler B mitreden kann, hat dieser bereits Album C veröffentlicht.

Letztlich ist es jedem selbst überlassen, wie er konsumiert, wichtig ist lediglich, dass die Arbeit der Künstler nach wie vor gebührend honoriert wird. Dass ist nicht immer ganz einfach, zumal sich mittlerweile Rapper selbst dafür loben, ganze Alben innerhalb weniger Stunden aufzunehmen. Aber ohne dieses Bewusstsein verkommt der Hauptdarsteller, die Musik, allmählich zum belanglosen Statisten und das möchte wohl niemand, dem etwas an Klängen und Tönen liegt, bewusst zulassen.

Samstag, 12. Juni 2010

Jai spricht: über Deutschrap-Hörer in der Krise!

VORSICHT! Beim Lesen dieses Textes kann es vorkommen, dass sich ab und an ironische Kommentare wiederfinden, die keinesfalls böse gemeint sind.
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"Deutscher Rap steckt in der Krise!" - wie oft hat man diesen Satz in den vergangenen Jahren hören bzw. noch wesentlich öfter lesen müssen? An jeder Ecke fanden sich der eigenen Aussage nach ausgewiesene Experten, die das Schwinden von Qualität innerhalb des deutschsprachigen Raumes prophezeiten, ja gar schon fast proklamiert. Zwar nahm man, zumindest ich, diese Meinungen zuletzt weniger häufig wahr, dennoch fühle ich mich jetzt im Moment dazu berufen, wieder mal meinen Senf dazu zu geben. Und ich behaupte Mitte Juni 2010: Der Deutschrap-Hörer steckt in der Krise!

Ganz recht, richtig gelesen. Wer (leidenschaftlicher) Hörer von deutschsprachigem Rap ist, der dürfte dieser Tage durchaus mit dunkler Miene durchs Leben schreiten. Von Sorgen geplagt und im Kopfe ständig der Überlegung beschäftigt, wie das Alles denn nur weitergehen soll, bleibt es beim gegenwärtigen Status. Er kämpft, um es überspitzt auszudrücken, um seine künftige Existenz und um sein Fortbestehen im großen Vergnügungspark der Reime und Wortspiele. Soll es das etwa schon gewesen sein?

Der Grunde allen Übels? Nicht etwa der (Werte-)Verfall der aktiven Mitglieder oder ein bundesweites Gesetz, dass sämtlichen hörenswerten Rap verbietet (alleine diese Überlegung schon entspringt der reinsten Utopie.) Nein, ganz anders. Der Grund bzw. die Gründe sind die Veröffentlichungen der vergangen Wochen und Monaten. Waren diese durchweg unter den Erwartungen und drängen dem Hörer suizidgefährende Gedanken auf? Nicht doch! Ganz im Gegenteil. Es ist die überaus hohe Qualität, die dieser Tage auf den Markt geworfen wird und den Konsumenten fast schon erdrückt.

Von einem Qualitätsverlust kann in dieser Hinsicht keine Rede sein. Wohin man blickt, es blüht und gedeiht an jeder Ecke. So dass selbst mir, der schnell und viel konsumiert, um nicht zu sagen konsumieren muss, und somit den ein oder anderen Release unmittelbar nach Veröffentlichung wieder aus dem Gedächtnis verdrängt - unbeabsichtigt versteht sich - auf Anhieb fünf hochklassige Alben der jüngeren Zeit aufzählen kann. Was ich jedoch nicht tun werde, da zu manchem Album erst noch die passende Review folgen wird und ich nicht gleich die Spannung vorweg nehmen möchte. Einen Spannungsbogen aufbauen - so nannte man das im Deutschunterricht meines Wissens nach immer.

Was daran nun derartig schlimm sein soll? Nun, ich gehe davon aus, dass ein halbwegs anständiger Charakter nach wie vor bereit ist, für seinen 'Stoff' zu bezahlen. Ob für digitale Downloads auf iTunes und dergleichen oder ganz klassisch im Plattenladen. Nun sind Alben, das werden selbst rege Käufer bestätigen, nicht gerade billig. Gehen wir von einem durchschnittlichen Preis von runden 15 Euro pro Album aus und berücksichtigen dabei, dass ein Album pro Monat für den Head längst nicht genügt. Hinzu kommt der Umstand, dass die Löhne in der Regel nicht steigen, bei zum Teil stetig wachsenden Lebenshaltungskosten.

Fertig ist die Formel/Wurzel allen Übels. Und am Ende derer steht ein ärmlicher Mensch, der fast schon ungläubig in sein Portemonnaie blickt und auf ein tiefes Loch stößt. Die Tränensäcke sind bis aufs Äußerste gefüllt und es gibt kein Halten mehr, die Wassermassen schießen über die Wangen. Wie ein Kind, dass sich im Spielzeugladen umsieht, alles haben möchte, aber nichts respektive nur einen Bruchteil dessen bekommt. Mit dem entscheidenden Unterschied, das...es tut mir Leid, mir will keine Differenz in den Kopf kommen.

Was sich liest wie eine übertrieben schwarz gemalte Karikatur des Bösen, könnte schon bald Alltag in deutschen Läden mit CD-Abteilungen sein. Doch was tun? Sich wünschen, dass wir wieder zur altbekannten Jammer-Schiene springen? Dass wieder mehr Schund veröffentlicht wird und weniger Qualität, damit man sich diese dann immerhin auch leisten kann? Eher nicht, ist der Umstand fehlenden Geldes doch noch lange nicht das Ende. Man denke an Peter Zwegat, der einen jeden von uns auch aus den tiefsten Finanzlöchern und engsten Ranken der Gläubiger befreien kann, wenn er denn möchte. Oder an Griechenland.

Dienstag, 16. März 2010

Jai spricht: über Musiktherapie

'Ich lebe für die Musik.' - wie oft hört man diesen Satz? Wer gesteht sich noch offen ein, dass er ohne Musik leben könnte? Vermutlich niemand und wahrscheinlich meinen es die Menschen wirklich ernst mit dem, was sie da von sich geben. Ohne Musik wäre ihr Alltag grauer, ihre Motivation geringer und der eigene Wille zur Kreativität eventuell gar gehemmt. Dass sie trotz derartiger Aussagen die Musik illegal herunterladen, sei dabei außen vor gelassen, möchte ich nicht wieder auf dieses leidige Thema eingehen.

Nein, ich würde gerne meine Geschichte dazu beitragen. Wieso Musik, nicht ausschließlich Rap versteht sich, mich Tag für Tag am Leben erhält. Wieso ich nicht eines Tages aufwachen möchte und das vermisse, woran mir mit am meisten liegt. Dazu muss ich etwas weiter ausholen und mit einer Schilderung meiner Selbst beginnen, ehe ich die Musik hinzuziehen kann.

So pflege ich seit jeher zu sagen, dass ich keine bzw. kaum Freunde habe. Was im allgemeinen Sinne meist falsch verstanden wird, möchte ich damit eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass ich sehr stark differenziere zwischen einer Freundschaft und einer Bekanntschaft. Freunde haben bei mir immer noch den hohen Stellenwert von Wegbegleitern. Sie müssen nicht immer neben einem durchs Leben gehen, doch wenn sie gebraucht werden sind sie da. Bekanntschaften hingegen sind bereits Menschen, die ich mag oder die mich mögen, mit denen man eventuell auch mal weggeht, wo jedoch jeder sein eigenes Ding durchzieht, sprich wenn es denn mal Bedarf zum Reden gibt, sind dies die falschen Leute.

Was das mit Rap zu tun hat? Nun, Freunde wurden im Laufe der Zeit immer rarer, bei mir zumindest, und das Gefühl der allgegenwärtigen Einsamkeit überwog mit jedem Tag mehr und mehr. Als bildliche Darstellung darf hier gerne das leicht hilflose Stehen in einer Menschenmenge betrachtet werden, die sich munter um einen windet, während man selbst wie in Trance die Umwelt wahrnimmt. Ein beklemmendes Gefühl, das keiner gerne dauerhaft empfinden möchte und, wenn schon nicht davon geheilt, dann doch wenigstens etwas abgelenkt werden möchte. Linderung ist eben neben der Heilung noch das beste Mittel gegen alles Übel. Und hier kommt nun Rap ins Spiel.

Musik und vorrangig Rap als mein Kern-Genre, hat sich in eben dieser Gefühlslage, welche sich längst nicht nur als Phase reduzieren lässt, als fester Anker etabliert. Als Stütze und wenn man so will als Freund. Zwar kann kein Musikstück der Welt die menschliche Nähe und Wärme ersetzen, das vermag nicht einmal ein Künstler wie Curse, der wahrhaft Großes mit seinen Worten erschaffen kann. Doch ist es ein schönes Gefühl, wenn man zu jeder sich bietenden Gelegenheit die Möglichkeit hat, eine CD einzulegen und den Künstler zu einem sprechen zu lassen. Das sind die Momente, in denen ich der Musik näher verbunden bin, als irgendwann sonst. Diese durchaus intimen Momente, in denen das gesprochene Wort des Künstlers, eines Tages aufgenommen in irgendeinem Studio dieser Welt, im Gehörgang ankommt, wie der gut gemeinte Rat eines Freundes.

Sicher muss auch hier unmittelbar relativiert werde; das Hören von ein paar Stücken guter Musik mit aufbauendem Inhalt, ist nicht in der Lage aus den Tiefen einer Depression etwa hinweg zu täuschen. Erst recht nicht bei dem Gedanken, der Künstler spricht nur wenige Minuten später im nächsten Stück von der Party seines Lebens. Eine Form von Halt vermitteln diese Momente dennoch. Genug, um sich durch den restlichen Tag zu zerren, sich morgens aus dem Bett zu jagen und seinen Dienst zu erbringen. Musik um durch den Tag zu kommen, wie es so schön heißt.

Nun, genau dies ist der Grund, weshalb die Musik bei mir einen derart hohen Stellenwert genießt. Weil sie für mich ein guter Freund ist, der einen nicht im Stich lässt. Der zu seinem Wort steht und das was er sagt eben genau so meint. Ein guter Freund, der einen begleitet, zwar gelegentlich sein Erscheinungsbild variiert, aber stets seiner Selbst treu bleibt. Und damit ist die Musik in manchen, hin und wieder leider auch in den für uns schwersten, Situationen des Lebens der einzige Freund, auf den man bauen möchte und kann.

Und dafür danke ich der Musik aus vollstem Herzen. Nicht um mich damit zum Messias des gesungenen Wortes zu erheben. Nein. Aus dem einfachen Grund, dass sie mich am Leben erhalten hat und das auch hoffentlich weiter tun wird. Auch in den aktuell sehr schweren Tiefen, die das Leben so für einen bereit hält. Musiktherapie.

Dienstag, 23. Februar 2010

Jai spricht: über das Verhalten von Labels/Künstlern

Die Musikindustrie, eine der größten Industriespielplätze auf dem Unterhaltungssegment und Dreh- und Angelpunkt etlicher Seiten im Internet, so auch 'Resurrection of Rap'. Eine Industrie, in der es um riesige Geldsummen geht und der es lange Zeit blendend ging. Doch dann kam der Abbruch, die Absätze brachen ein und alles fing an zu bröckeln, das Konzept vom Künstler, der aufgebaut und groß gemacht wird, um ihm eine glorreiche Karriere zu bescheren, sackte in sich zusammen. Stattdessen fing man an Künstler zu pushen, sie ins Rampenlicht zu bringen mit ein, zwei Songs für die Masse und sie nach dem kurz bescherten Geldregen wieder fallen zu lassen.

Grund für diesen Einbruch in der Musikindustrie ist dabei mitunter weder die mangelhafte wirtschaftliche Lage der potenziellen Käufer, noch ließ und lässt sich alles auf das illegale Herunterladen schieben. Vielmehr sind es die Labels selbst, die sich selbst getrost ins Abseits manövrierten und dies noch immer tun. Sie bekamen den Rachen nicht voll, Geld war gut und schön, doch mehr Geld war besser und schöner. Die Musik litt hörbar, der Käufer ließ sich nicht lumpen und hinterfragte, ob ein Kaufpreis von 15 Euro gerechtfertigt ist, wenn am Ende selten mehr als eine erdrückende Majorität von halbgaren Stücken blieb. Man hatte es sich bei der Kundschaft verscherzt, nicht gänzlich, aber mit Sicherheit ist dies noch heute der Grund für viele, weshalb sie statt CDs lieber zur illegalen Alternative, dem Herunterladen, greifen.

Es folgte der falsche Umgang mit den Medien. Hier möchte ich aus erster Hand Eindrücke mit einbringen, da ich vor nicht allzu langer Zeit selbst erst zum Großgebiet Medien zugehörig wurde und begonnen hatte, den Kontakt zu Labels zu suchen. Als unentgeltlich voranschreitender Redakteur, der aus Liebe zur Sache ans Werke geht, ging ich davon aus, dass man mich mit offenen Armen empfangen würde und gerne bereit wäre, mich mit Rezensionsmaterial zu versorgen. Schließlich gibt es kaum günstigere Werbung, als das zur Verfügung stellen eines einzelnen Exemplars, um damit die Aufmerksamkeit von tausenden von Menschen zu gewinnen.

Unterm Strich, Ausnahmen ausgeschlossen, läuft es jedoch meist so ab, dass sich Labels zu schade sind, um auf Anfragen dieser Art zu reagieren oder nicht einmal ein Exemplar zur Rezension zur Verfügung stellen, stattdessen auf Streams und Download-Links setzen. Für den detailverliebten, der gerne auch einen Blick auf Cover und Artwork wirft und den nostalgischen Rezensenten, der sich nicht damit abfinden mag, dass die Musik mehr und mehr nur noch virtuell existiert, ist das eine Klatsche ins Gesicht. Kommt dann auch noch offen die Unterstellung zu Tage, man sei nur daran interessiert, umsonst CDs ab zugreifen, platzt selbst dem kühlsten Redakteur schon mal der Kragen.

Man investiert viel Zeit, Freizeit wohlgemerkt, darin, Labels und Künstler anzuschreiben. Man nimmt sich die Zeit und nimmt sich den Veröffentlichungen genau an, versucht einen groben Eindruck davon in schriftlicher Form festzuhalten und weiter zu vermittelt. Verbringt mitunter Stunden damit, bei den zahlreichen Labels anzuklopfen und um Rezensionsexemplare zu bitten. Erhält weder einen Verdienst noch sonstigen Dank, abgesehen von dem ein oder anderen Leser, der mit seinem Kompliment die Arbeit würdigt. Und bietet Labels einen Dienst an, der in erster Linie vor allem Ihnen selbst zugute kommt und wird abgestempelt als Schmarotzer. Das stinkt. Und zwar gewaltig.

Nun wird jeder wissen, dass es nicht ausschließlich darauf ankommt was man sagt, sondern wie man es sagt. Und auch hier beweisen Labels, zum Teil auch die kleinen Labels, die sich eigentlich ganz besonders über jegliche Unterstützung freuen müssten, grandioses Feingefühl und glänzen durch lyrische Unverschämtheiten aller erster Güte. Gepaart mit einer nicht zu unterschätzenden Arroganz bekommt der Rezensent quasi die ideelle Krone aus Pappkarton aufgesetzt, die leicht penetrant nach Urin und dergleichen stinkt. Da weiß selbst der sich aktiv für die Musikindustrie einsetzende Rezensent gleich wo er bei Labels steht.

Zu guter Letzt darf dann noch gesagt werden, dass auch etliche Künstler jegliches Fingerspitzengefühl und jede Form von Takt verloren haben. Auch hier sieht man sich nicht selten einer Übermacht an Egoismus und Arroganz vor, die gestraft gehört. Gestraft in Form von Nichtbeachtung als Weg zurück zur Wertschätzung. Und das sage ich als Verfechter der Industrie, der weiter CDs im Laden stehen sehen möchte, der die Menschen zum Kauf animieren möchte. Tut mir Leid, aber wer so mit seinen Liebsten umgeht, der geht ausgesetzt in der Wildnis. Alleingelassen von jedweder Hilfe, zurück auf dem Boden der Tatsache.

Das ist mein Resümee nach etwas über einem Jahr als Rezensent. Ja, hier spricht natürlich auch die innere Wut eines persönlich Betroffenen. Aber dennoch wird die Frage erlaubt sein, ob Labels selbst mittlerweile nicht mehr genug an Ihre Veröffentlichungen glauben, wenn sie nicht mal mehr bereit sind ein Exemplar zugunsten X möglicher, daraus resultierender Käufe bereitzustellen. Das ist Dekadenz, wie man sie an dieser Stelle wohl nicht erwartet. Und so lange wie dieses Verhalten anhält (man darf wohl davon ausgehen, dass ein Ende auch in einigen Jahren nicht in Sicht sein wird), gehören Künstler, die sich bei Interviews unfreundlich, hochnäsig und wortkarg geben, sowie beschriebenes Verhalten seitens der Labels gestraft. Selbst schuld.


Bestens,
Jai

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Mir ist sehr wohl bewusst, dass es auch positive Beispiele gibt, sowohl auf Seiten der Künstler als auch Labels. Da sich jedoch insbesondere in der jüngeren Vergangenheit derartige Fälle mehrten, gilt dies den zahlreichen schwarzen Schafen. Weder glaube ich dadurch etwas Wesentliches zu Erreichen, noch wird jeder meiner Meinung sein. Die Gelegenheit, meinen Gedanken und der aufgestauten Wut freien Lauf zu lassen, wollte ich mir dennoch nicht entgehen lassen.

Sonntag, 31. Januar 2010

Jai spricht: über den Stand der Dinge von RoR

Hallo werte Leserinnen und Leser,

wie regelmäßigen Besuchern sicher bereits aufgefallen sein dürfte, finden sich derzeit nur recht wenig neue Reviews auf dem Blog wieder, was sehr schade ist. Grund hierfür ist zum einen der Jahreswechsel mitsamt Feiertagen sowie der Bestand, dass mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum Material zur Rezension vorliegt. Zum anderen habe ich privat derzeit einiges an Unschönem zu verarbeiten, was kaum die Gelegenheit bietet, sich auf die Musik zu konzentrieren.

Die gute Nachricht ist jedoch die, dass der Blog auch weiterhin in seiner Form existieren wird. Es werden wieder Reviews folgen und der Blog gerät keineswegs in Vergessenheit. Im Gegenteil, schon jetzt sind wieder ein paar Reviews in der Mache, die ihr an dieser Stelle hoffentlich bald lesen werdet.

Des Weiteren darf ich mit Stolz verkünden, dass der Blog mittlerweile seit über einem Jahr im Internet präsent ist. Rückblickend bin ich vielen Leuten für ihre jeweilige Unterstützung sehr dankbar und hoffe sehr, dass sich 2010 noch immer der ein oder andere Besucher auf 'Resurrection of Rap' wiederfindet.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ihr mir gerne eure Gedanken zum Blog mitteilen könnt unter Jai_Welc@habmalnefrage.de


Bestens,
Jai

Donnerstag, 26. November 2009

Jai spricht: über Reviews (aka Rezensionen)

Es ist mal wieder Zeit für ein offenes Gespräch. Dieses Mal befinden sich Reviews im Fokus. Ein Thema, das in Anbetracht der inzwischen respektablen Anzahl an Rezensionen auf Resurrection of Rap durchaus Sinn macht. Denn natürlich schreibe ich nicht nur selbst, sondern lese mir auch allerhand Reviews anderer Seiten und Rezensenten durch, wodurch man früher oder später anfängt sich mehr Gedanken über das zu machen, was man schreibt und vor allem wie man schreibt.

So sind mir bereits mehr als eine Hand voll Seiten und Blogs bekannt, die Rezensionen auf einem sprachlichen Niveau verfassen, dass man nur neidvoll den Hut ziehen kann. Eloquent wie ein junger Dichter wird Zeile um Zeile geschrieben was das Zeug hält, analysiert und bewertet. Nicht selten mit der Folge, dass ich einen Blick ins Wörterbuch wagen muss um die Aussagen des Rezensenten zu verstehen. Noch anspruchsvoller wird es gar wenn es ins abstrakte geht und detailliert über den Klang der Alben berichtet wird. Ohne den Grundkurs in musikalischem Verständnis hat es den Anschein, dass man nur Mutmaßungen über den Inhalt stellen kann. Aber gut, so muss es ja nicht allen anderen gehen, möglicherweise leide ich auch einfach unter einem eingeschüchterten Wortschatz, lese zu wenig anspruchsvolle Bücher und dergleichen.

Hilfe bekomme ich glücklicherweise zumeist von einem ausgeklügelten Wertungssystem, das mir jede Rezension, die ich in mühsamer Arbeit und minutenlangem Lesens verstehen müsste, handlich ins Bildliche übersetzt. Ich selbst habe mir oft schon Ideen über Bewertungen gemacht, spricht der große Vorteil doch für sich – ein klares, für jeden ersichtliches Fazit, eine Note, ein Wert, an dem die Qualität oder der Nutzen eines Albums ersichtlich werden. Hier glaube ich jedoch auch einen Nachteil entdeckt zu haben, denn nur allzu oft wird das geschaffene System, nach dem benotet wird, nicht vollends ausgenutzt. Da gibt es viel Schlechtes, wenig Mittelmäßiges und alle 5 Jahre mal was, das man vorsichtig als „gut“ abstempelt. Die wirklich guten Noten werden gar nicht erst angerührt oder behandelt wie alternatives Gold.

Jetzt höre ich schon die Meute, wie sie aufgebracht ruft „Das entspricht nun mal genau der Entwicklung des Musikgeschäfts!“. Ein Argument, das ich so zwar verstehen, aber nicht unterstreichen würde. Blicke ich zurück auf die Review-Geschichte des Blogs, so zähle ich allenfalls zwei Hände an Alben, über die selbst ich nur wenig Gutes schreiben konnte. Dazu eine breite Masse an gelungenen, wenn auch nicht überwältigenden, Veröffentlichungen und zu guter Letzt aber immer noch etliche wirklich großartige CDs, die man ruhig auch so der Leserschaft präsentieren kann, darf und angesichts des verheerenden Images von Musik, insbesondere Rap, auch muss.

An Kritik wird man als Schreiber von Rezensionen dennoch niemals vorbei kommen, auch ich nicht. Und doch lässt sich auch beim Umgang mit Kritik ein wesentlicher Unterschied zwischen einzelnen Redakteuren feststellen. Während die einen jede Gelegenheit nutzen um die verbale Kriegskeule auszupacken und draufzuhauen was der Künstler hergibt (teils in richtig beleidigendem Deutsch), begreifen andere die Arbeit, die hinter jedem einzelnen Tonträger steckt und verpacken die Kritik höflich und in keinster Weise aggressiv. Vergessen wir nämlich nicht, gerade der nach bester Möglichkeit objektive Umgang mit der Materie hebt den Schreiber von den Lesern ab, die natürlich feste Meinungen über diese und jene Künstler haben sollten. Weshalb ich am Ende meiner gesammelten Gedanken weiter über Aussagen wie „bei dir schneiden die Alben stets viel zu gut ab“ sinniere, letztendlich aber ganz gut mit meiner Art des Schreibens leben kann.

Mittwoch, 19. August 2009

Jai spricht: über rare Alben

Es dürfte ein offenes Geheimnis sein, dass ich einer der Wenigen (?) bin, denen die CD als Medium noch heilig ist. Wie es ein vergleichsweise geringer Teil der Hörerschaft auch tut, lasse ich die Finger von illegalem Herunterladen und stelle mir lieber meine Musik in Form von etwas Handfestem in das Regal. Klar, auf ersterem Wege lässt sich natürlich weitaus mehr Musik beziehen und nicht selten schneller, teils noch vor dem eigentlichen Veröffentlichungsdatum des jeweiligen Langspielers. Aber irgendwie fehlt mir da die Leidenschaft, wenn ich auf einen Ordner mit mp3-Dateien blicke, auf ein, zwei Foto-Dateien, die Cover und Booklet zeigen. Logisch auch, dass ich nicht unbedingt gerne von einem "digital only"-Release lese. Und auch Meinungen, die verlauten lassen, dass die CD nach und nach vom Markt verschwinden würde, um der digitalen Plattform Plazu zu machen, nicht teilen kann respektive mag. Ohne jetzt jedoch noch weiter ausholen zu müssen, komme ich nun zum eigentlichen Thema, vielleicht folgt ja eines Tages ein eigens für vornweg Geschriebenes "Jai spricht:...", mal sehen. ;)

Jedenfalls war ich im Netz unterwegs und habe mich nach interessanten Alben umgesehen, die ich mir für meinen nächsten Einkauf merken kann. Unnötig zu erwähnen, dass dabei viel zu viele Alben herausgekommen sind und die Liste nahezu endlos scheint. Dabei bin ich auf Foren gestoßen, in denen munter über Raritäten und besonders teure CDs gesprochen wurde. CDs, die vom Wert her im Bereich um 50 Euro und mehr, bis hin in den dreistelligen Bereich anzusiedeln sind. Eine echt schöne Sache, dachte ich mir, wenn man solche Juwelen sein Eigenen nennen kann, ganz besonders dann, wenn man sich diese bereits zulegte, als diese noch nicht ihren Wert hatten und ganz regulär zu haben waren. Aber heute solch eine CD kaufen? Für 50€ aufwärts? Da machte ich mir, nachdem ich die Foren längst hinter mich gelassen hatte, noch so meine Gedanken.

Ich fragte mich, ob ich, als doch relativ vernarrter CD-Freund, der gerne und oft den ein oder anderen Euro für Musik ausgibt, bereit wäre, Fünfzig Euro für eine einzige (gebrauchte) CD hin zulegen. Ich kam zu dem Schluss, dass ich wohl niemals bereit wäre, so viel Geld auf den Tisch zu legen, da kann die CD meinetwegen noch so selten oder sonst etwas sein. Nun sollte man natürlich bedenken, dass ich nicht das ganz große Geld habe, bis vor gar nicht so langer Zeit gar als Schüler über kein richtiges Einkommen verfügt habe. Wenn mir das Geld links und rechts aus den Ohren wachsen würde, könnte ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jegliche Summen für bestimmte CDs aufbringen.

Da das jedoch (noch) nicht der Fall ist ;) , muss ich diese raren CDs als das sehen was sie sind: meist schon etwas älter, gebraucht und preislich etwa dreimal so teuer wie eine Standard-CD im Laden (ich nehme hierbei gerne 16.99€ als Durchschnittswert). Klar, Geschichte haftet natürlich an solchen Alben und wahrscheinlich macht sie gerade das zu solch begehrten Stücken. Aber ist mir das einen nicht unbeträchtlichen Teil meines monatlichen Einkommens wert? Im Moment ganz sicher nicht.
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Mittwoch, 5. August 2009

Jai spricht: über Free Tracks

So, zwischen all den Reviews wird es mal Zeit, wieder ein paar Worte los zu werden. Dies ist in der Vergangenheit etwas arg zu kurz gekommen, was aber vor allem damit zusammenhängt, dass ich allein für Resurrection of Rap verantwortlich bin und man darf mir gerne glauben, dass es alles andere als einfach ist, die ganzen Rezensionsexemplare anzufragen bzw. im Anschluss darüber zu schreiben. Zumal das Privatleben bei aller Liebe natürlich nicht zu kurz kommen sollte, schon gar nicht, wenn sich mit dem Ganzen hier kein Geld verdienen lässt. ;)

Nachdem das also gesagt wäre, möchte ich mal das Thema Free Tracks anschneiden. Mittlerweile gibt es ja an so ziemlich jeder Ecke Free Tracks und an und für sich ist es natürlich echt eine feine Sache, so ein paar Tracks von bekannten Namen und dann auch noch völlig für lau. Gut, die meisten zahlen auch nicht fürs Album, wodurch zwischen Free Track und normalen Tracks fast kein Unterschied mehr besteht. Aber gut, das soll fürs Erste nicht das Thema sein, weiter also im Text.

Free Tracks sind also richtig schön und helfen mit, den MP3-Player regelmäßig mit neuer Musik zu füllen und bei der Menge an Tracks, die im Internet jeden Tag neu eingestellt werden, kann man das Sammeln von Free Tracks schon fast als vollwertiges Hobby ansehen, bei dem das Hören von herkömmlicher Musik, sprich regulären Alben oder Singles, schon mal zu kurz kommen kann.

Ich selbst bin in der Hinsicht wohl ein recht lahmarschiger, desinteressierter Sack. Statt jeden Tag zu checken was es so Neues gibt, spar ich mir den Stress und schaue höchstens mal alle paar Wochen in den Archiven einiger Seiten, was so auf die Internetgemeinde losgelassen wurde. Da lasse ich mich dann aber nicht lumpen und höre in jeden Track mal rein. Und genau hierbei musste ich eine erschreckende Feststellung machen im Bezug auf Free Tracks.

Ohne um den heißen Brei herum zu reden - geschätzte 80% der Stücke sind in meinen Ohren reinster Müll, für den ich in der Tat nur ungern Geld ausgeben würde. Ich will damit nicht die zahlreichen Seiten und Portale runtermachen, die diese Tracks anbieten, bitte nicht falsch verstehen. Aber was sich da so tummelt ist für meinen Gehörgang ernsthaft schädlich. Das ist schon reichlich seltsam, denn wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, der wird wissen, dass ich so schnell nichts wirklich schlecht finde und an vielem noch etwas Gutes sehen kann.

In diesem Falle aber muss selbst ich von Krach sprechen und das ist tatsächlich das Wort, welches mir beim Hören der meisten Lieder als erstes in den Sinn kommt. Dabei möchte ich die Leistungen der Rapper mal ganz außen vor lassen und mich ganz den Beats hingeben, die mächtig laut sind und damit wohl all jene begeistern, die die Musik im Auto pumpen oder dort, wo möglichst viele andere mithören können. Mich reißt das aber ganz und gar nicht vom Hocker und das, obwohl ich spät zu Rap gekommen bin, zu einer Zeit also, als er schon längst nicht mehr nur nach klassischem Piano klang, sondern mächtige Synthie-Beats das Geschehen dominierten.

Synthesizer sind auch echt ne super Sache, ich kann das richtig gut heißen. Aber nicht wenn es so wenig inspiriert klingt wie bei heutigen "Umsonst-Liedern", die keinen Funken Melodie mehr in sich tragen, sondern nur laut knallen. Da frage ich mich doch, was man mit solchen Liedern bezwecken möchte? Eigentlich ja etwas Promo, um auf das kommende Album aufmerksam zu machen beispielsweise. Wenn ich einen eigentlich geschätzten Künstler dann jedoch auf einem ultra-seichten und austauschbaren Krawall-Beat höre, wie ihn auf Soundclick wohl jeder noch so unbekannte Produzent hinbekommen würde, wird mir ganz anders, so dass ich an der Qualität des bevorstehenden Werkes zu zweifeln beginne.

So kommt es, dass ich nach meiner ausgiebigen Tour ins Free Tracks-Archiv Unmengen Lieder gehört habe, wovon es letztlich gut 20 überhaupt erst in meine Playlist schaffen. Schließlich sind natürlich nicht alle Lieder kompletter Müll, aber die Quote zeigt doch, meinem Empfinden nach, klar in diese Richtung. Ob das der richtige Weg ist? Vermutlich schon, da ich bis heute kaum ähnliche Meinungen einholen konnte. Und damit wäre mein Beitrag somit umsonst - ebenso wie die Lieder, um die es hier geht.